Die Wirkungsweise der Akupunktur umfassend zu erläutern würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Dennoch liegt mir viel daran, Ihnen als interessierten Tierbesitzer die Wirkungsweise und den Ablauf einer Akupunkturbehandlung mit einfachen Worten zu erklären.


Die Akupunktur gilt als eine der ältesten Heilmethoden und wurde bis in die heutige Zeit stetig weiterentwickelt. Sie stellt ein wichtiges Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dar und findet ihren Ursprung vor über 2.500 Jahren. Das chinesische zhēn jiǔ wurde mit Acus (die Nadel) und pungere (das Stechen) ins Latainische übersetzt.
Bei der Akupunktur werden also bestimmte Punkte auf der Körperoberfläche mit Nadeln stimuliert. Diese Akupunkturpunkte befinden sich auf definierten Leitbahnen (Meridiane), in denen die Lebensenergie (Qi) kontinuierlich fließt. Wenn der Fluss des Qi gestört ist, so können an verschiedenen Stellen Energieüberschüsse (Fülle) und an anderen Stellen Energiemangel (Leere) auftreten. Mit Hilfe der Akupunktur wird der Energiefluss wieder hergestellt.
Die grundlegende Philosophie der Akupunktur stützt sich u. a. auf die Lehre von den fünf Wandlungsphasen (Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz) und der Lehre von Yin und Yang. Letztere besitzen zwar gegensätzlichen Charakter, können aber nicht losgelöst voneinander existieren. Ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen beiden ist für jedes Lebewesen notwendig, um in der jeweiligen Umwelt zu recht zu kommen und gesund leben zu können.
Nach der 
TCM wird der gesamte Organismus als Einheit betrachtet. Im Gegensatz zur westlichen Medizin werden hier nicht die Symptome therapiert sondern es wird der Grund für die Krankheit gesucht und damit versucht, das Übel im Keim anzugehen. Ist z.B. eine Nierenschwäche der Auslöser für eine schwache Inkontinenz und damit einhergehend eine stark ausgeprägte Urtikaria, so ist dieser Ausschlag meist das offensichtlichere Symptom das vorrangig therapiert werden soll weil es dem Besitzer sofort ins Auge fällt. Würde man nach der TCM behandeln, so würde zuerst versucht werden die Niere zu stärken und den Energiefluss auf den betreffenden Meridianen wiederherzustellen. Damit würde sich sowohl die Urtikaria als auch die Inkontinenz bessern, ohne dabei auf Medikamente mit unerwünschten Nebenwirkungen zurückgreifen zu müssen.

Untersuchung
Zunächst werden am Körper verschiedene Meridiane und spezielle Punkte abgetastet. Hier feststellbare Druckempfindlichkeiten und Schmerzreaktionen sind neben der Pulsqualität und der Beschaffenheit der Zunge sehr wichtig zur Diagnosestellung. Darüber hinaus werden Kot, Urin und andere Körperabsonderungen sowie Reaktion auf Hitze, Kälte und Wetterumschwünge und nicht zuletzt auch Verhalten und Emotionen bei der Erstellung einer TCM- Diagnose berücksichtigt.

Behandlung
Nach der Diagnosestellung kommt es zur Behandlung, bei der dünne Akupunkturnadeln in bestimmte Akupunkturpunkte gestochen werden. Ziel ist es, den regelmäßigen Fluss des Qi (die Lebensenergie) in den Meridianen wieder herzustellen und Leere- oder Fülle- Zustände zu beseitigen.
Die Nadeln können zusätzlich noch mit speziellen Techniken stimuliert werden, bevor sie nach etwa 10 bis 30 Minuten wieder entfernt bzw. vom Körper abgestoßen werden.

Die Akupunktur wird aber nicht nur zur Behandlung von bereits bestehenden Krankheiten eingesetzt. Beruhend auf der spezifischen Untersuchungsmethode und der fernöstlichen Philosophie auf der die TCM basiert, können mögliche Krankheiten bereits vor dem Auftreten der ersten offensichtlichen Symptome erkannt und behandelt werden. Im alten China wurden Ärzte dafür bezahlt die Menschen gesund zu erhalten. Sie wurden von ihren Patienten finanziell reich bedacht so lange diese gesund waren. Wurde jedoch ein Patient krank, so wurden die finanziellen Zuwendungen bis zur Gesundung eingestellt. Dies hatte zur Folge dass die chinesischen Ärzte alles daran setzten, ihre Patienten prophylaktisch zu versorgen und mögliche Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.


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